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1. Juni 2006


44 Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. 45 Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. 46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen 47 und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Apostelgeschichte 2, 44 - 47



30./31. Mai 2006

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
Lukas 2,10


Wir behandeln seit einigen Wochen das Thema Freude. Das ist Grund genug, auch einmal über die Geburt unseres Herrn und Heilands außerhalb der Advents- und Weihnachtszeit nachzudenken. Lebensfreude bedeutet für mich Christusfreude Diese Freude, die Gott allen Menschen anbietet, umfasst unsere persönliche Gegenwart und reicht in die Ewigkeit hinein, so wie es in Hebräer 13,8 ausdrückt:

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Ingeborg Piechottka-Ruks

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25./26. Mai 2006

Groß sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude daran.
Psalm 111,2


Für meinen persönlichen Alltag habe ich in den vergangenen Wochen aus der Beschäftigung mit dem Thema "Lebensfreude" die Konsequenz gezogen, entspannter mit meiner eigenen Zeit umzugehen. Ich lasse mir von Gott Zeit schenken. Gottes Zeit ist Ewigkeit. - Weshalb muss ich dann immer in Bewegung sein und agieren? Gewiss habe ich meine Sachzwänge: die Arbeit, die ich nicht immer lieben kann, meine Freundschaften, die mir nicht immer das geben, was ich gerade brauche, bisweilen Querelen in der Familie und des Weiteren manchmal echte Belastungen durch familiäre Krankheit und anderes.

Darüber hinaus habe ich jedoch ausreichend Zeit und Gestaltungsraum mein Leben mit Freude zu füllen. Gott ist meine "Tankstelle", bei der ich auf- und durchatmen kann.

In einigen Wochen ziehe ich innerhalb meiner Heimatstadt um. In einer zunehmend mit Umzugskartons gefüllten Wohnung freue ich mich besonders an den Stunden, in denen ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann.

Der Dank an Gott ist für mich mitten in diesem räumlichen Chaos zu einer neuen bewegenden Inspirationsquelle geworden.

Heute danke ich Gott dafür, dass die Rosen, die ich so sehr mag, bald wieder blühen und ihren Duft verströmen.

Es gibt so viele Dinge in Gottes wunderbarer Schöpfung und in meinem persönlichen Leben, für die ich Gott danken kann. Wenn ich darüber nachdenke, erfüllt sich mein Herz mit Freude.

Wann haben Sie zum letzten Mal voller Freude zu Gott gesagt: Ich liebe dich?

Ingeborg Piechottka-Ruks

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24. Mai 2006

Die neue Welt Gottes ist mit einem Schatz zu vergleichen, der in einem Acker vergraben war: Ein Mensch fand ihn und deckte ihn schnell wieder zu. In seiner Freude verkaufte er alles, was er hatte, und kaufte dafür den Acker mit dem Schatz.
Mt 13,44


Dieser Vers ist nicht nur eine nette kleine Geschichte. Dieser Vers ist Teil eines Gleichnisses, das Jesus seinen Jüngern erzählte.

Ein Gleichnis ist eine bildhafte meist kurze Erzählung zur Veranschaulichung eines wesentlich komplexeren Sachverhaltes. Man unterscheidet zwei Textebenen: die Ebene des Gesagten und die Ebene des Gemeinten.

Jesus war ein praktischer Lehrer: Er nahm die Dinge des täglichen Lebens. Das "Gleichnis vom barmherzigen Samariter" und das "Gleichnis vom Verlorenen Sohn" sind bekannte Beispiele dafür.

Nun bedenken wir heute diesen Vers, im dem unser Herr ein Gleichnis über das Himmelreich erzählt. Ich erkenne hier eine große Freude und eine intensive Leidenschaft.

In den beiden folgenden Versen setzt Jesus noch einen drauf:

Wer die Einladung in Gottes neue Welt hört und ihr folgt, handelt wie der Kaufmann, der schöne Perlen suchte: Als er eine entdeckte, die besonders wertvoll war, verkaufte er alles, was er hatte, und kaufte sie.
Mt 13,45 und 46


Im Vers 44 heißt es: "In seiner Freude verkaufte er alles, was er hatte, und kaufte dafür den Acker mit dem Schatz."

Nun denken wir ja in diesen Wochen an dieser Stelle jeden Tag über die Freude nach. Über die Freude im Leben als Christ. Da ist es vielleicht auch einmal erlaubt zu fragen, wie es denn in unserem Leben konkret mit der Freude über Jesus aussieht. Können wir wirklich aus vollem Herzen mit Gerhard Terstegen mitsingen "In dir ist Freude in allem Leide"? Wenn es wirklich unrund läuft? Wenn Sorgen uns bestimmen?

Oder sind wir - trotz unseres Glaubens - nicht doch oft zu sehr auf unsere Probleme fixiert? Und auf unser Leid?

Wie war das denn bei dem Menschen in unserem Gleichnis? Was passierte, nachdem er den Schatz fand? - Die Freude war so groß, dass alles verkaufte. Ich könnte auch sagen, er setzte in seinem Leben völlig neue Prioritäten.

Wie ist das eigentlich mit den Prioritäten in unserem Leben? Diese Frage kann nur jeder für sich selbst beantworten.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag

Günter Ruks

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23. Mai 2006

Trauer und Hoffnung bei Jesu Abschied


16Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen. a 17Da sprachen einige seiner Jünger untereinander: Was bedeutet das, was er zu uns sagt: Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen; und: Ich gehe zum Vater? 18Da sprachen sie: Was bedeutet das, was er sagt: Noch eine kleine Weile? Wir wissen nicht, was er redet. 19Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Danach fragt ihr euch untereinander, daß ich gesagt habe: Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen? 20Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. b 21Eine Frau, wenn sie gebiert, so chat sie Schmerzen, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß ein Mensch zur Welt gekommen ist. 22Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. 23An dem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: dWenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. 24Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eeure Freude vollkommen sei.

Johannes 16, 16 – 24

Dieses Leben ist ein Vorzimmer des Himmels. Unsere größten Freuden sind nur die ersten Früchte und der Vorgeschmack der ewigen Freude, die noch kommen wird. Ja, das Beste kommt noch.

Corrie ten Boom

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22. Mai 2006

Die Grundlage christlicher Gemeinschaft

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens - und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist -, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.
1. Johannes 1, 1 - 4


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19. Mai 2006

„weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;“
Prediger 3,4

Ist Jesus unsere Freude geworden, dann haben wir die Freude, die ewig bleibt. Friedrich von Bodelschwingh (1831 – 1910), evangelischer Theologe


Die Freude ist ein wichtiger Bestandteil des christlichen Glaubens. Der Humor jedoch offenbar nicht. Selbstverständlich ist Jesus zu einer Hochzeit gegangen, wenn er eingeladen wurde. Es liegt nahe, selbst wenn wir dies nicht wissen, dass Jesus mit den Schwestern, Maria und Martha sowie ihrem Bruder Lazarus auch zusammen gelacht hat, wenn er in ihrem Hause war.

Den Autoren der Evangelien erschienen derartige Nebensächlichkeiten anscheinend nicht wert, aufgezeichnet zu werden. Wenn Jesus eine Gelegenheit zu einer Predigt, einer Heilung oder einem Wunder genutzt hat, wurde dies auch später schriftlich festgehalten. Fehlende Berichte in den Evangelien bedeuten am wahrscheinlichsten, dass einfach nichts Außergewöhnliches geschehen ist. Jesus hat dann offenbar das getan, was andere Menschen auch gemacht haben: geredet, gelacht, gegessen, gefeiert oder einfach geschlafen.

In der Bibel geht es jedoch um das Existenzielle. Sie fordert uns auf, über den Sinn unseres Lebens und damit über unsere Beziehung zu Gott nachzudenken. Die Situationen, die uns die Evangelien berichten, sind so wesentlich, dass hier kein Raum für Scherze da ist. Denn hier will uns Gott in der Mitte unserer Existenz berühren und treffen.

Dennoch gehört Humor zum christlichen Leben und dies sogar in einer ganz grundsätzlichen Weise. Wer in einer Beziehung zu Jesus lebt, hat guten Grund befreit aufzulachen. Das ist Freude, die aus dem Innern kommt! Und für ein fröhliches, befreites Lachen gibt es viele Gelegenheiten, denn auch das „lachen hat seine Zeit“.

Ingeborg Piechottka-Ruks

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18. Mai 2006

Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.


Mt 13,44

Wir sind halbherzige Kreaturen, die mit Trunkenheit, Promiskuität und Ehrgeiz herumspielen, wo uns doch unendliche Freude angeboten wird, wie ein unverständiges Kind hinausgehen will, um Sandkuchen zu backen in einer schlammigen Erdmulde, weil es nicht weiß, was es bedeutet, dass man es für einen Ausflug an den Meeresstrand mitnehmen möchte. Wir sind viel zu schnell zufrieden zu stellen.

Clive Staples Lewis (meist als C. S. Lewis, privat auch bekannt als "Jack" ) (* 29. November 1898 in Belfast, Nordirland; † 22. November 1963 in Oxford, England), britischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler


Viele Menschen wissen nicht, dass Gott uns diesen Schatz der Freude, von dem Jesus spricht, anbietet. Andere Menschen, sind zu sehr mit sich beschäftigt, um – sinnbildlich betrachtet – über einen Acker zu gehen und diesen wahrzunehmen. Deshalb können sie den Schatz Gottes auch nicht finden. Clive Staples Lewis hat erkannt, dass sich viele Menschen auf den Nebenspielplätzen des Lebens tummeln und nicht zum Wesentlichen kommen: Es ist die Lebensfreude, die tief in Gott verwurzelt ist, und auch in schweren Zeiten des Lebens Bestand hat.

Ingeborg Piechottka-Ruks

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17. Mai 2006

Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;
Psalm 63,6


Es ist ein Wunder, dass unser Jammer und unsere Tränen uns nicht hindern, von Herzensgrunde zu loben und zu danken, weil die Ursache unserer Freude so viel mächtiger ist als das Leid, das von dieser armen Erde stammt.
Friedrich von Bodelschwingh (1831 – 1910), evangelischer Theologe

Ingeborg Piechottka-Ruks

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16. Mai 2006

Und sie zogen zum Quelltor hin und stiegen geradeaus die Stufen zur Stadt Davids hinauf, wo die Mauer oberhalb des Hauses Davids bis an das Wassertor im Osten verläuft. Der andere Dankchor ging zur Linken hin, und ich ging hinter ihm her und die andere Hälfte der Oberen des Volks oben auf der Mauer oberhalb des Ofenturms bis an die breite Mauer und oberhalb des Tores Ephraim zum alten Tor und zum Fischtor und zum Turm Hananel und zum Turm Mea bis an das Schaftor, und sie blieben am Wachttor stehen. So standen die beiden Dankchöre am Hause Gottes und ich und die Hälfte der Ratsherren mit mir und die Priester, nämlich Eljakim, Maaseja, Mijamin, Michaja, Eljoënai, Secharja, Hananja mit Trompeten, und Maaseja, Schemaja, Eleasar, Usi, Johanan, Malkija, Elam und Eser. Und die Sänger sangen laut, und Jisrachja stand ihnen vor. Und es wurden an diesem Tage große Opfer dargebracht, und sie waren fröhlich, denn Gott hatte ihnen eine große Freude gemacht, so daß sich auch Frauen und Kinder freuten, und man hörte die Freude Jerusalems schon von ferne.
Nehemia, 12, 37-43


Der o.a. Bibelvers ist im Kontext der Einweihung der Stadtmauer Jerusalems geschrieben worden (Nehemia 12, 27-43). Auch dieser Text – wie viele andere Aussagen der Bibel - zeigt klar: Dank an Gott und Freude gehören zusammen. Die Freude, die Gott schenkt, dürfen wir, wie die Israeliten damals bei der Einweihung der Stadtmauer Jerusalems, fröhlich ausleben.
Ingeborg Piechottka-Ruks

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15. Mai 2006

Die Jünger aber wurden erfüllt von Freude und Heiligem Geist.
Apostelgeschichte 13,52

Glaube ist Liebe, Frieden und Freude im Heiligen Geist. Er ist die fröhlichste und heiterste Sache der Welt. Er ist völlig unvereinbar mit Griesgrämigkeit, Missmut und Hartherzigkeit.
John Wesley


Zum Christsein gehört der heilige Geist. Dieser kann unser Herz und unseren Verstand erfüllen. Er kann uns leiten und uns die Worte Jesu, so wie sie im neuen Testament berichtet werden, auch in unserer Gegenwart lebendig und verständlich machen.
Menschen, werden auch heute in ihrer konkreten Lebenssituation vom Geist Gottes berührt und richten ihr Leben völlig neu auf Gott aus. Der Geist Gottes redet zu uns, tröstet, gibt Friede und Freiheit sowie Freude und Dankbarkeit. Er schenkt uns Christen Dankbarkeit gegenüber Jesus Christus und gegenüber anderen Menschen.

Doch wie gehen wir mit dem Geschenk des Heiligen Geistes um? Wir denken zu Pfingsten an das Wirken des Heiligen Geistes. Im Alltag erscheint uns dieser oft im Wortsinn „als eine windige Angelegenheit“, die unbequem – weil offenbar unkalkulierbar – ist. Wir fürchten den Verlust von Kontrolle über unser Leben. Doch der Geist Gottes schenkt uns eine neue Lebensqualität, wie es der Psalmist formuliert hat:

8Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so werde ich festbleiben. 9Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein Leib wird sicher liegen. 10Denn du wirst mich nicht dem Tode überlassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger die Grube sehe. 11Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.

Psalm 16,8-11

Ingeborg Piechottka-Ruks

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13./14. Mai 2006

Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit!
Psalm 105, 3 - 5

Gott ist die Freude. Deshalb hat die Sonne vor sein Haus gestellt.
Franziskus von Assisi (* 1181 oder 82 in Assisi in Italien
† 3. Oktober 1226 daselbst)

Manchmal ist unser Blick vernebelt durch persönliche Sorgen. Wir laufen innerlich beschwert und bedrückt durch den Alltag. Freude will nicht so recht aufkommen. Wie kompliziert doch alles ist, denken wir und stöhnen oder klagen innerlich!

Persönlichen Probleme werden durch den Glauben an Gott nicht immer sofort gelöst. Aber Jesus schenkt uns das Vermögen, diese anzugehen und zu durchstehen. Wir sind seine Kinder und Erben und dürfen jeden Tag neu ihm kommen und sagen: Abba, lieber Vater. Als seine Kinder handeln wir ganz in seinem Sinne, wenn wir uns freuen. Denn Gott ist die Freude! Freude ohne Dankbarkeit funktioniert jedoch nicht. Das Loben Gottes macht das Herz frei und öffnet den Blick für das Wesentliche: Gottes Gegenwart in unserem Leben als auch in seiner Schöpfung.

Ingeborg Piechottka-Ruks

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12. Mai 2006

Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet.
Psalm 30,12


Manchmal muss ein einzelner Mensch einen langen Weg des Schmerzes und der Trauer gehen. In der Situation des Leidens ist die Freude fern. Vielmehr erscheint das Leben leer und grau. Dem Lebensgefühl des leidende Mensch entspricht bisweilen eine „bleierne Schwere“ Psalm 30,12 drückt die Zuversicht aus, dass Gott einen Menschen durch den Schmerz hindurchträgt. Denn der Psalmist kann im Rückblick erkennen, dass seine Trauer durch Freude überwunden wurde. Er ist dem Leben wieder zugewandt.

Das folgende und wohl auch bekannteste Lied von Paul Gerhardt enstand unmittelbar nach den Grauen des Dreißigjährigen Krieges. Die Freude, die sich in diesem Sommerlied Paul Gerhardts ausdrückt, ist keine naive Weltschau sondern von dem Wissen um das Leid geprägt. Der Dichter beendet das Lied mit der Bitte, dass sich der Geist Gottes im eigenen Leben voll entfaltetn möge.

Gerhardt, Paul
(1606-1676)


Geh aus mein Herz und suche Freud
In dieser lieben Sommerszeit
An deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärtenzier
Und siehe, wie sie mir und dir
Sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
Das Erdreich decket seinen Staub
Mit einem grünem Kleide;
Narzissen und die Tulipan,
Die ziehen sich viel schöner an
Als Salomonis Seide.

Die Lärche schwingt sich in die Luft,
Das Täublein fleugt aus seiner Kluft
Und macht sich in die Wälder;
Die hochbegabte Nachtigall
Ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

Die Glucke führt ihr Völklein aus,
Der Storch baut und bewohnt sein Haus,
Das Schwälblein speist die Jungen;
Der schnelle Hirsch, das leichte Reh
Ist froh und kommt aus seiner Höh
ins tiefe Gras gesprungen.

Die Bächlein rauschen in dem Sand
Und malen sich an ihren Rand
Mit schattenreichen Myrten;
Die Wiesen liegen hart dabei
Und klingen ganz vom Lustgeschrei
Der Schaf und ihrer Hirten.

Die unverdroßne Bienenschar
Fliegt hin und her, sucht hier und da
Ihr edle Honigspeise
Des süßen Weinstocks starker Saft
Bringt täglich neue Stärk’ und Kraft
In seinem schwachen Reise

Der Weizen wächset mit Gewalt
Darüber jauchzet jung und alt
Und rühmt die große Güte
Des, der so überflüssig labt
Und mit so manchem Gut begabt
Das menschliche Gemüte

Ich selber kann und mag nicht ruhn
Des großen Gottes großes Tun
Erweckt mir alle Sinnen
Ich singe mit, wenn alles singt
Und lasse was dem Höchsten klingt
Aus meinem Herzen rinnen

Ach denk ich bist Du hier so schön
Und läßt Du’s uns so lieblich gehn
Auf dieser armen Erde
Was will doch wohl nach dieser Welt
Dort in dem reichen Himmelszelt
Und güldnen Schlosse werden?

Welch hohe Lust, welch heller Schein
Wird wohl in Christi Garten sein!
Wie wird es da wohl klingen?
Da so viel tausend Seraphim
Mit unverdroßnem Mund und Stimm
Ihr Halleluja singen

Oh wär ich da, o stünd ich schon
Ach süßer Gott vor Deinem Thron
Und trüge meine Palmen!
So wollt ich nach der Engel Weis’
Erhöhen Deines Namens Preis,
Mit tausend schönen Psalmen

Doch gleichwohl will ich weil ich noch
Hier trage dieses Leibes Joch
Auch gar nicht stille schweigen.
Mein Herze soll sich fort und fort
An diesem und an allem Ort
Zu Deinem Lobe neigen

Hilf mir und segne meinen Geist
Mit Segen, der vom Himmel fleußt,
Daß ich Dir stetig blühe;
Gib, daß der Sommer Deiner Gnad
In meiner Seele früh und spat
Viel Glaubensfrücht erziehe

Mach in mir Deinem Geiste Raum,
Daß ich Dir werd ein guter Baum,
Und laß mich Wurzeln treiben;
Verleihe, daß zu Deinem Ruhm,
Ich Deines Gartens schöne Blum
Und Pflanze möge bleiben

Erwähle mich zum Paradeis,
Und laß mich bis zur letzten Reis
An Leib und Seele grünen;
So will ich Dir und Deiner Ehr
Allein und sonstern Keinem mehr
Hier und dort ewig dienen.

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Ingeborg Piechottka-Ruks



11. Mai 2006

Und David befahl den Obersten der Leviten, dass sie ihre Brüder, die Sänger, bestellen sollten mit Saitenspielen, mit Psaltern, Harfen und hellen Zimbeln, dass sie laut sängen und mit Freuden.
1. Chr. 15,16

So zogen David und die Ältesten Israels und die Obersten über tausend hin, um die Lade des Bundes des HERRN heraufzuholen aus dem Hause Obed-Edoms mit Freuden. Und weil Gott den Leviten half, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, opferten sie sieben junge Stiere und sieben Widder. Und David hatte ein Obergewand aus feinem Leinen an, desgleichen alle Leviten, die die Lade trugen, und die Sänger und Kenanja, der Oberste beim Gesang der Sänger; auch trug David den leinenen Priesterschurz
So brachte ganz Israel die Lade des Bundes des HERRN hinauf mit Jauchzen, Posaunen, Trompeten und hellen Zimbeln, mit Psaltern und Harfen. Als nun die Lade des Bundes des HERRN in die Stadt Davids kam, sah Michal, die Tochter Sauls, zum Fenster hinaus, und als sie den König David tanzen und spielen sah, verachtete sie ihn in ihrem Herzen.
1. Chr. 25-29


Die Bibelverse aus 1. Chr. 15, 16 und 25-29 sind in dem Kontext über die Bundeslade geschrieben, die nach Jerusalem gebracht wird. David hatte den Leviten regelrecht „befohlen“, laut und mit Freuden zu singen. (1. Chr. 15,16). Es wurden Stiere und Widder geopfert. Letzteres klingt nach heutiger Vorstellung eher brutal. Aber die Menschen wollten ihrer damaligen religiösen Perspektive entsprechend, Gott ein Opfer bringen. Dann zogen David und die Leviten Obergewänder aus feinem Leinen an. So begab sich der frohe Festzug nach Jerusalem. Selbstverständlich war die fröhlich-ausgelassene Art und Weise, in der David zusammen mit mehr als tausend Menschen die Bundeslade nach Jerusalem brachte, anscheinend nicht. Denn Michal, die Tochter Sauls, verachtete David, so lesen wir, wegen seines Gesangs und Spiels.

Ich entnehme diesen Aussagen der Bibel, dass wir Gott nicht immer ernst und feierlich loben und danken müssen. Unser Gotteslob darf innerlich und äußerlich mit Freude geschehen. Ermutigend finde ich an dem heutigen Bibeltext, wie unbeschwert David gesungen und getanzt hat, obgleich er doch König war. Scheinbar war ihm eine würdevoll-präsentierende Haltung zumindest in dieser Situation unwichtig.

Der Text macht Mut, den Begabungen, die Gott uns gegeben hat, im Alltag froh nachzuspüren und sie auch auszuüben. David ist mir in dieser Geschichte ein Vorbild, mich nicht an äußeren Erwartungen von Menschen zu orientieren.

Meine Begabungen gehören jedoch nicht mehr mir selbst. Ich empfange diese als Ausdruck der Liebe Gottes zu mir als sein ureigenes Geschenk an mich.

Deshalb darf ich mich wie ein Kind, an meinen Begabungen freuen und diese für mich und andere einsetzen!

So ist Lob und Dank an Gott eine Lebenshaltung, die befreiend ist und deshalb befähigt, authentisch und mit Freude zu leben.

Ingeborg Piechottka-Ruks

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10. Mai 2006

Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.
Apostelgeschichte 2,28

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.
Psalm 23, 1-3


Manche Formulierungen tauchen unter Christen immer wieder auf, z.B.:

Christen sind Optimisten. Christen sind Freudenboten. Christen leben ein erfülltes Leben. – All right. Ich stimme diesen Aussagen grundsätzlich gerne zu. Denn wir haben als Christen allen Grund optimistisch zu sein.

Aber in der Realität meines Alltags wache ich des Morgens manchmal verdrießlich auf und bin einfach nur müde. Die Mischung aus Müdigkeit und innerer Muffeligkeit ist auch zu Arbeitsbeginn nach einer Tasse Kaffee noch nicht ganz von mir gewichen. Während des Arbeitstages denke ich mir meine Verdrossenheit weg und konzentriere mich auf meine Tätigkeit. Aber so richtige, innere Freude fühle ich an einem solchen Tag nicht. Dann komme ich nach Hause und es stehen weitere Alltagserledigungen an. Ehe ich mich versehe, ist Bedtime. Was behalte ich von dem Tag? Ich denke missmutig, dass dies eigentlich kein guter Tag für mich selbst war...

Bleibt also nichts Positives von diesem Tag? Es ist befreiend, dass ich diesen Tag nicht ausschließlich an meinem Tun und den äußeren Ereignissen messen muss. Ich bete:

Jesus, DU bist mein Mutmacher. DU bist die Oase meines Lebens. Von DIR und durch DICH bekomme ich das Wasser, dass mich neu erfrischt. Jesus, DU bist meine Freude.

Ingeborg Piechottka-Ruks

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09. Mai 2006

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
Philipper 4,4


Das ganze Evangelium will nichts als Freude dem Menschen anbieten. Deswegen hat man sich in Acht zu nehmen, nicht einen Schreck daraus zu machen oder gar Jesus, den Freudenbringer, als einen Sinai-Donnerer hinzustellen.

Johann Christoph Blumhardt (1805 – 1880, Pfarrer des württembergischen Pietismus und evangelischer Theologe)

Wir müssen das Evangelium nicht lesen wie ein Notar ein Testament liest, sondern so, wie es der rechtmäßige Erbe liest. Der Erbe: Er sagt sich bei jedem Satz voller Freude und Jubel: Das ist für mich, das ist alles für mich.

Isaac Newton (1643 -1727, englischer Physiker, Mathematiker, Astronom, Alchemist, Philosoph und Theologe)

Ingeborg Piechottka-Ruks

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3./4. Mai 2006

Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

Philipper 2,1-4


Der heutige Anstoss thematisiert wieder den Philipperbrief. In Vers 2 wird wieder die enge Verbundenheit Paulus mit den Philippern deutlich. Die Freude des Apostels gründet sich in Gott. Deshalb kann er den Philippern schreiben, dass seine Freude dadurch vollkommen wird, wenn sie ihr Leben im Geist der Liebe Christus führen.

Unser Leben darf in spürender Weise eine in den Alltag gefasste Christusfreude sein.
Paul Deitenbeck

Eine Gemeinde, die von Gottes Wundern lebt und Gottes Güte preist, ist immer reich und froh, und ihre Freude wird zum Dienst.
Friedrich von Bodelschwingh

Ingeborg Piechottka-Ruks

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2. Mai 2006

Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Wenn ich aber weiterleben soll im Fleisch, so dient mir das dazu, mehr Frucht zu schaffen; und so weiß ich nicht, was ich wählen soll. Denn es setzt mir beides hart zu: Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen. Und in solcher Zuversicht weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen sein werde, euch zur Förderung und zur Freude im Glauben, damit euer Rühmen in Christus Jesus größer werde durch mich, wenn ich wieder zu euch komme.

Philipper 1, 21 – 26


Die Verse aus Philipper 1, 21 – 26 sind auf der Startseite von Christsein.Com bereits seit dem 29. April zu lesen. Pünktlich zum Urlaubsbeginn bekam ich jedoch eine intensive Nebenhöhlenentzündung, die mir in den vergangenen Tagen stark zu schaffen machte. Für mich ist der heutige Tag deshalb ein persönlicher Grund zur Freude und der Dankbarkeit gegenüber Gott, weil es mir gesundheitlich besser geht. Entsprechend freue ich mich, dass ich die täglichen Anstöße wieder aufgreifen kann.

Die Worte aus dem Philipperbrief „Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“(Philipper 1,21), begleiten mich seit meiner Kindheit. Der Grabstein meines Großvaters väterlicherseits trug diese Worte. Mein Großvater baute nach dem 2. Weltkrieg an dem Neubau einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde im Ruhrgebiet mit eigenen Händen mit. Ich habe meinen Großvater nicht mehr persönlich kennen gelernt. Aber ich würde mich freuen, wenn ich am Ende meines Lebens diesen Ausspruch des Paulus für mich in Anspruch nehmen könnte. Denn das ist unser Auferstehungsglaube: Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas völlig Neuem - einer Ewigkeit, die ganz in Gottes Händen liegt.

Paulus sehnt sich nach dem Zusammensein mit Christus. Dennoch zeigt er keine weltabgewandte Haltung. Vielmehr sieht er seine Aufgabe darin, die Philipper in der Zuversicht und Freude im Glauben zu fördern.

Mir verdeutlichen diese Worte des Paulus in sehr eindrücklicher Weise, dass Glaube keine selbstzugewandt-fromme Nabelschau bedeutet, sondern dass wir uns als Christen gegenseitig im Glauben stärken und ermutigen sollen. Lebendiges Christsein bedeutet, dass Gott durch unser Leben verherrlicht wird und anderen Menschen die Freude und Zuversicht am Glauben vermittelt, von der Paulus spricht.

Ingeborg Piechottka-Ruks

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Weitere Anstösse der Reihe "Freude am Leben" finden Sie hier



28. April 2006

Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke - was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden -, für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute;

Philipper 1, 3 – 5


Die Verbundenheit mit Jesus Christus durchzieht den ganzen Brief. Paulus schreibt sehr freundschaftlich an die Philipper. Der Leser spürt, dass die Worte des Paulus von Zuneigung und Herzlichkeit bestimmt sind. Die Philipper wiederum reagieren mit liebenden Fürsorge für den Apostel.

Die Worte des Paulus lehren uns, den eigenen Blickwinkel auf das Danken füreinander zu konzentrieren. Beziehungen können einen neue Perspektive bekommen, wenn wir unser Denken und Fühlen nicht mehr auf das fokussieren, was uns am anderen stört, sondern Gott für das Dasein dieses Menschen danken. Im Alltag ist das nicht immer einfach, denn wir stehen in der Realität des Lebens mit seinen täglichen Auseinandersetzungen. Aber wir dürfen mit Gottes Hilfe immer wieder einen neuen Anfang wagen und wachsen. Das gilt insbesondere für unseren Beziehungen. Die Bitterkeit über den anderen wird abnehmen und vielleicht werden wir uns eines Tages an dem anderen freuen können.

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Ingeborg Piechottka-Ruks



27. April 2006:

Weiter, liebe Brüder: Freut euch in dem Herrn! Daß ich euch immer dasselbe schreibe, verdrießt mich nicht und macht euch um so gewisser.

Phillipper 3,1


Der Apostel Paulus schrieb den Brief an die Philipper aus dem Gefängnis, in das er aufgrund der Verkündigung der frohen Botschaft gekommen war. Paulus spricht in diesem Brief viel von Freude.

Philippi war zur Zeit des NT eine römische Stadt. Die Einwohner der Stadt kamen aus verschiedenen Kulturen: Griechen, Römer, Ureinwohner (Thrakider). Ebenso farbig war die religiöse Landschaft: Griechische, orientalische und thrakische Götter sowie römischer Kaiserkult bestimmten diese.

Das Judentum war offenbar nicht stark vertreten, denn in Apostelgeschichte 16, 11ff wird keine Synagoge, sondern nur eine Gebetsstätte erwähnt. Philippi war die erste Stadt in Europa, die Paulus während seiner 2. Missionsreise, zusammen mit Silas, Timotheus und Lukas besuchte (Apg. 16, 1ff). Es entstand - vermutlich ab dem Jahr 49 - eine kleine feste Gemeinde, die aus den ersten wiedergeborenen Christen bestand: So bekehrte sich Lydia, eine Händlerin bei Paulus (Apg. 16, 11ff).

Der Brief ist trotz - oder vielleicht gerade aufgrund der Gefangeschaft des Apostels - von dem Thema Freude bestimmt. Paulus beschreibt in dem Brief eine Freude, die er in seiner aktuellen Situation innerlich erlebt.

Stellen Sie sich vor, dass wir uns heute im Forum von Christsein.Com mit dem Apostel Paulus austauschen könnten. Vielleicht würde ihm ein Mensch in einer Notlage - z.B. mit finanziellen Problemen - via Privatnachricht schreiben: „Mir geht es miserabel. Ich bin finanziell am Ende und absolut verzweifelt. Ich habe keine Freude mehr am Leben.“

Stellen Sie sich weiter vor, dass der Apostel ihm im Verlauf seiner Antwort schreiben würde „Freue dich in dem Herrn“. Im ersten Augenblick wäre dieser Mensch wohl erst einmal fassungslos: Was sagt ihm der Mann da?! Er hat dem Apostel soeben geschildert, dass er sich in einer schier auswegslosen Situation befinden würde und dieser verweist ihn auf die Freude an Gott.

Doch Paulus redet nicht von einer Freude, die mit Spass gleichzusetzen ist und von äußeren Umständen abhängt.

Der Apostel weiss, dass wir Menschen in allen Lebenslagen bei Gott gut aufgehoben sind. Von dieser Freude wird er nicht müde, den Philippern immer wieder zu predigen. Diese Freude am Herrn will uns auch heute stärken und Mut zum Leben geben.

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Ingeborg Piechottka-Ruks



26. April 2006:

Und sie hielten das Fest der Ungesäuerten Brote sieben Tage lang mit Freuden; denn der HERR hatte sie fröhlich gemacht und das Herz des Königs von Assur ihnen zugewandt, damit sie gestärkt würden zur Arbeit am Hause des Gottes, der der Gott Israels ist.

Esra 6,22


Das Buch Esra berichtet von der Rückkehr aus dem babylonischen Exil (Esra 2, Esra 7). Gott schenkt uns Freude, damit wir uns von den Mühen des Alltags erholen können. Es ist schön zu lesen, wie ausgiebig die Israeliten das Fest des Ungesäuerten Brotes damals feiern durften, nämlich gleich sieben Tage lang.

Der Herr gibt uns neue Kraft, so dass wir unser Leben zu seiner Ehre im Alltag gestalten können. Unsere Arbeit, welche Arbeit, wir auch immer ausüben, ist gleichzeitig Gottesdienst, wenn wir mit unserem himmlischen Vater in Verbindung stehen und uns von ihm leiten lassen

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Ingeborg Piechottka-Ruks



25. April 2006:

Darum sprach er zu ihnen: Geht hin und eßt fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unserm Herrn. Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke“
Nehemia 8,10


Die Israeliten hatten unter der Leitung Esras und Nehemias die zerstörten Mauern Jerusalems wiederaufgebaut. Die Menschen weinten, nachdem ihnen Esra am ersten Tag des siebten Monats vom Morgen bis zum Mittag aus dem Gesetz vorgelesen hatte.

Warum weinten die Menschen? Fühlten sie sich durch den Anspruch des Gesetzes überfordert oder waren sie tief ergriffen von dem Gehörten? Ich vermute letzteres. Denn das Volk verstand die Auslegung des Gesetzes. So berichtet uns Nehemia 8, 8.

Nehemia und Esra machen dem bekümmerten Volk Mut: Das Volk darf feiern; denn dieser Tag ist Gott heilig. (Nehemia 8,10)

Wir Menschen sehnen uns nach Freude. Wenn wir uns freuen, fühlen wir uns eins mit uns und der Welt. Die Freude entspricht unserem Selbst. Wir fühlen uns lebendig. Wenn wir uns nicht mehr freuen können, aufgrund innerer Verletzungen, seelischen Ausgebranntseins, psychischer oder und körperlicher Krankheit empfinden wir innere Leere. Wir sind uns selbst entfremdet.

Viele Menschen – auch wir Christen - machen die tägliche Erfahrung, dass die Freude zwischen Arbeit, Alltagstrott, Problemen, Sorgen und Kummer auf der Strecke bleibt. Wir bürden uns viel auf, oder meinen, viel aufgebürdet bekommen zu haben, wie es eine Moderatorin von Christsein.Com sinngemäß formuliert hat.

Die Freude an Gott ist unsere Stärke - in guten als auch in schwierigen Lebenssituationen.

Im ganz normalen alltäglichen Trott ist es wichtig, dass sich die Freude am Leben entfalten kann. Sonst stehen wir in der Gefahr, innerlich „auf der Strecke zu bleiben“. Gott selbst schenkt uns den Raum dazu, denn er ist der Schöpfer unserer Freude.

Die Anstösse der vergangenen Tage finden Sie hier.

Ingeborg Piechottka-Ruks



24. April 2006:

Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.


Psalm 16, 11

Der Vers ist der letzte Satz eines Gebetsliedes, in dem der Psalmist beschreibt, wie er sich zu Gott hält . Er vertraut sich Gott an, während andere Menschen ihre Götter anbeten: „Aber jene, die einem andern nachlaufen, werden viel Herzeleid haben,“ erkennt der Liederdichter (Psalm 16,4).

Der Psalmist beschreibt seine Geborgenheit im Gott. Bei ihm findet er ein erfülltes Leben und eine Freude, die über den Tag hinaus sein ganzes Leben begleitet.

Du durchdringest alles;
Lass dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte.
Wie die zarten Blumen
Willig sich entfalzen und der Sonne stille halten,
lass mich so still und froh deine Strahlen fassen
und dich wirken lassen.


Gerhard Tersteegen (1697 – 1769), Gott ist gegenwärtig, Strophe 4, Brunnen Verlag, Giessen 1997 (http://www.brunnen-verlag.de/)

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Ingeborg Piechottka-Ruks



20. April 2006

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!

Philipper 4,4

In der Bibel taucht das Wort "lachen" nicht sehr häufig auf. Es wird insgesamt nur 19 Mal vom Lachen gesprochen. Es wird als ein von Bitterkeit erfülltes Lachen zitiert oder als Versprechen einer zukünftigen Freude angesichts aktuellen Leidens (Lukas 6, 21: Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen). Auch von Jesus ist nicht überliefert, dass er jemals über einen Witz gelacht habe.

Warum ist dies so? Darf der Glaubende sich nur voller Ernst und Hingabe Gott nähern? Erwartet Gott von seinen Gläubigen so viel Respekt, dass Heiterkeit und Humor im Alltag eines Christen unangebracht sind?

Wir reden von der "Frohen Botschaft des Evangeliums", und einer der zentralen Sätze des Neuen Testaments lautet "Freut euch!" und "Fürchtet euch nicht!". Die Bibel gebraucht die Wörter "Freude“ (210 Mal) und "fröhlich" (147 Mal).

Doch wo bleibt die Lebensfreude, die aus der Frohen Botschaft entsteht, in unserem christlichen Alltag? Reden wir bisweilen nicht mehr über die Freude in unseren christlichen Kreisen, als diese in unserem Alltag und in der Gemeinschaft untereinander zuzulassen?

Die täglichen Anstösse der nächsten Wochen werden das Thema „Freude“ anhand der Bibel behandeln. Sie möchten dazu ermutigen, auf Basis der „Frohen Botschaft“ der eigenen Lebensfreude, die aus der engen Verbindung zu Gott kommt, nachzuspüren und Raum zu geben.

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Ingeborg Piechottka-Ruks