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Predigten + Texte

 
     
 

Gebet für die Völker ohne Evangelium

 
 

 

 
     
 

O dass du die Himmel zerrissest, herniederführest, dass vor deinem Angesicht die Berge erbebten, … Und wir allesamt sind dem Unreinen gleich geworden, und alle unsere Gerechtigkeiten gleich einem unflätigen Kleide; und wir verwelkten allesamt wie ein Blatt, und unsere Missetaten rafften uns dahin wie der Wind. Und da war niemand, der deinen Namen anrief, der sich aufmachte, dich zu ergreifen.

Die Antwort Gottes: Ich bin gesucht worden von denen, die nicht nach mir fragten; ich bin gefunden worden von denen, die mich nicht suchten. Ich sprach: Hier bin, ich, hier bin ich! Zu einer Nation, die meinen Namen nicht anrief.

Jesaja 64:1,6.7; 65:1

 
     
 

 

            Gott hat die Menschheit als viele Völker geschaffen, Psalm 86:9, Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen verherrlichen. In 1. Mose 10 ist schon für die Frühzeit der Menschheit eine große Zahl von Völkern aufgezählt, das war vor dem Turmbau zu Babel. Die Tragik ist, dass die Menschen im allgemeinen nicht akzeptieren, dass es neben ihnen noch andere Völker gibt. Dies hat immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen geführt, siehe im Balkan, die Basken in Spanien, in Nordirland, leider auch in dem Vielvölkerstaat Indonesien. Für die Endzeit hat unser HERR prophezeit, Matthäus 24:7, Denn es wird sich Volk wider Volk erheben und Königreich wider Königreich. In Jesaja 19:2 wird schon vorausgesagt, … dass ein Bruder gegen den andern, ein Freund gegen den andern, eine Stadt gegen die andere, ein Reich gegen das andere streiten wird. Leider haben diese prophetischen Worte sich vor unseren Augen erfüllt.

            Das Ziel Gottes ist ein anderes: Psalm 86:9, Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen verherrlichen. Auch in Psalm 66,4, Die ganze Erde wird dich anbeten und dir Psalmen singen; sie wird besingen deinen Namen. Die ganze Erde sind die Völker auf dieser Erde. Der Apostel Johannes durfte schauen, wie die Sieger (Überwinder) singen, Offenbarung 15,4, Alle Völker werden kommen und vor dir anbeten, denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden. Der Plan Gottes ist, dass in allen Völkern es Gemeinde Jesu geben wird, die ihn in dieser Welt und in Ewigkeit anbetet.

            Jesaja sieht, unter den Völkern ist niemand, der den lebendigen Gott Ernst nimmt, dies wird für ihn zu einer tiefen inneren Not, die Völker denken nur an sich selbst, sie machen sich ihre eigenen Götter, den Namen des Schöpfers Himmels und Erde kennen sie nicht und IHN rufen sie nicht an. In dieser inneren Not schreit er zu Gott und schüttet sein Herz vor IHM aus. Er weiß, dass auf Menschen ohne Gott ein schreckliches Schicksal wartet, aber noch mehr empfindet er als Not, dass der Platz der Anbetung leer und wüst ist, im Vers 9 betet er, Deine heiligen Städte sind eine Wüste geworden, Zion ist eine Wüste geworden, Jerusalem eine Einöde. Zion und Jerusalem sind die Plätze der Anbetung bildlich gesprochen, aber durch die Sünde der Menschen sind sie zerstört. Seine Reaktion ist die intensive Fürbitte, von Kapitel 63:15 bis zum Ende des Kapitels 64 betet er zu dem lebendigen Gott. In Römer 10:20 erklärt uns Paulus, dass dies Gebet des Jesajas für die Völker war, Jesaja aber erkühnt sich und spricht: “Ich bin gefunden worden von denen, die mich nicht suchten, ich bin offenbar geworden denen, die nicht nach mir fragten”. Unser HERR antwortet, weil er möchte, dass die Völker vom Evangelium erreicht werden. Sein Ziel ist, dass allen Völkern das Evangelium verkündiget wird, Matthäus 24:14, Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Völker zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen. Aber nicht nur verkündigt, sondern, dass es Gemeinde Jesus in allen Völkern dieser Welt geben wird, Offenbarung 5:9,10 Und sie singen ein neues Lied: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast für Gott erkauft, durch dein Blut, aus jedem Stamm und Sprache und Volk und Nation, und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht. Und zwei Kapitel weiter darf Johannes sehen, Offenbarung 7:9, Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, welche niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, und sie standen vor dem Throne und vor dem Lamme, bekleidet mit weißen Gewändern, und Palmen waren in ihren Händen und sie beteten IHN an.

            Jesaja (K. 52,15) verkündigt, viele Völker werden Staunen, denn sie werden sehen, was ihnen nicht erzählt worden war; und was sie nicht gehört hatten, werden sie wahrnehmen. Hier spricht der Prophet von den Menschen, denen nie vorher etwas von der Botschaft verkündigt ist, werden die Botschaft des Lebens begreifen. Hier spricht Jesaja von den Völkern in der ganzen Welt (siehe Römer 15,21). Danach kommt das gewaltige messianische Kapitel 53, das uns mehr als andere Teile in der Bibel die Versöhnung durch Christus erklärt. Wenn wir den Zusammenhang beachten, dann ist es klar, dass Jesaja durch den Heiligen Geist von der Errettung der Völker spricht. Im Kapitel 64 haben wir dann das ergreifende Gebet Jesajas für ein Volk ohne Gottesfurcht, ein Volk, das den göttlichen Namen nicht anruft (Vers 6). Die Antwort Gottes haben wir vorhin im Kapitel 65:1 gelesen, Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin ich! Wo ein Mann oder Frau Gottes betet, da greift Gott ein, wo ein Beter stellvertretend für die Verlorenen den Namen Gottes anruft, werden die Menschen durch die Kraft des Heiligen Geistes erfasst, die bisher diesen Namen selbst nicht angerufen haben.

            Wie sieht unser Auftrag aus? Jeder Christ weiß, nur Gott selbst kann die Menschenherzen umwandeln. Durch unsere Fürbitte verändern wir nicht den Willen Gottes, aber durchs Gebet werden die Herzen der Menschen verändert, dass sie den Willen Gottes erkennen und für sich annehmen. Der Wille Gottes ist, dass die Völker IHN annehmen und IHN anbeten, durchs Gebet werden Christen willig und befähigt, die großen Taten Gottes zu verkündigen (Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern! Psalm 96,3), und die Menschen werden offen, dieser Nachricht zuzuhören, aufzumerken, es für sich in Anspruch zu nehmen und sich in der Schar der Anbeter einzureihen zu lassen. Paulus wusste, dass durch intensives Gebet Menschen dazu geführt werden, dass sie das Geheimnis Christi erkennen (Kolosser 2,1-3), wir wissen auch, dass nur den Betern neue Türen geöffnet werden. Ein Gottesmann sagte einmal: „Wer sagt, er sei zu beschäftigt zu beten, tut offensichtlich mehr als Gott ihn beauftragt hat. Denn es kann nicht sein, dass Gott uns so mit Arbeit überlastet, dass kein Raum mehr fürs Gebet ist.” Wir persönlich tun dies auf mannigfaltige Weise: Als Familie beten wir regelmäßig in unserem Hause für die Völker ohne Evangelium; geben Gebetsanliegen heraus und weiter; leiten oft Gebetskreise für die Unerreichten an anderen Orten oder veranstalten Seminare über Gebet für die Völker. Bei persönlichen Begegnungen versuchen, nicht nur uns zu unterhalten, sondern nehmen auch gleich Zeit zum gemeinsamen Gebet.

            Viele Menschen wissen nicht, dass durch das Gebet der Gläubigen es viele Veränderungen in unserer Welt gegeben hat. Die Medien berichten dies nicht. Die großen Veränderungen im Ostblock sind eine direkte Antwort auf das treue Gebet. Wir selbst haben 25 Jahre für Albanien gebetet, und auch viele Jahre für die Mongolei. Dass der Übergang in Süd-Afrika einigermaßen ohne Blutvergießen stattfand, ist den Betern zu verdanken, die es durch Gottes Eingreifen es fertig brachten, wichtige Politiker zusammen zubringen. Unter den Völkern in Zentral-Asien sind in den letzten Jahren manche Gemeinden entstanden unter Menschen, die vor zehn das Evangelium überhaupt nicht kannten. Eine Gebetskette in England wurde nicht müde für diese 30 Völkerschaften zu beten und zu flehen. Wir waren in Ost-Timor und konnten dort aus erster Hand hören, wie vor vielen Jahren in damals Portugiesisch-Timor das Evangelium hineinkam, weil ein Gebetskreis in England für das Land gebetet hat. Obwohl die damalige Regierung unter Portugal alles versucht hat, die Verkündigung des Evangeliums zu verhindern, hat sie gläubige Handwerker von den Cape Verde nach Ost-Timor gebracht. Wir beten intensiv für die Völker Indonesiens, dass auch dort das Evangelium allen Völkern verkündigt werden kann. Weil in den letzten Jahren mehr gebetet wird, geschieht jetzt auch mehr, und über all kommen einzelne zum Glauben.

            Ratschläge für das Gebet für die Völker:

1.      Wichtig ist, dass der Leiter der Gebetsgemeinschaft eine Vision für die Völker ohne Evangelium hat.

2.      Eine große Hilfe ist, wenn jeder der Teilnehmer die Gebetsanliegen schriftlich vor sich hat, so wird nicht viel Zeit für die Erklärungen verloren. Photokopiert die Gebetsanliegen!

3.      Da die Nöte in dieser Welt groß sind, sollten wir uns viel Zeit zur Fürbitte nehmen. Aus unserer Erfahrung hat es sich bewährt, der/die Leiter/in bringt am Anfang ein kurzes Gotteswort der Ermutigung und Verheißung, dann nennt die ersten Gebetsanliegen, danach wird in Kleingruppen von drei bis vier Leuten gebetet etwa 15-20 Minuten lang, danach werden kurz die nächsten Anliegen genannt. Das kann mehrmals wiederholt werden.

4.      Ein besonderer Segen ist es, wenn wir zusammen beten können. Unser persönliches Gebet wird durch das gemeinsame Gebet befruchtet, auch umgekehrt wird das gemeinsame Gebet durch das persönliche Gebet der Teilnehmer befruchtet. Wichtig ist, dass in einer Gebetsgemeinschaft, die Zeit wirklich fürs Gebet benutzt wird, und nicht die Zeit für viele Lieder und Erklärungen draufgeht.

5.      Um in der Fürbitte konkret beten zu können, ist es notwendig, wenn die Beter(innen) sich Informationen verschaffen, wichtig ist dabei, Kontakte mit den evangelistischen Arbeitern unter den Völkern zu knüpfen. Da für die Völker, wo es keine Arbeiter gibt, am wenigsten gebetet wird, ist es notwendig sich wenigsten die Namen dieser Völker zu besorgen und im Glauben für diese Völker zu beten, auch wenn es keine konkreten Gebetsanliegen gibt. Oft sagen uns die Beter: “Wir kennen diese Volksgruppe überhaupt nicht, nicht einmal der Name sagt uns etwas.” Aber das ist gerade das Problem, auch die anderen Gläubigen in der Welt kennen dieses Volk nicht und darum wird nicht für dieses Volk nicht im Glauben gebetet und darum geschieht auch nichts.

6.      Wir brauchen Ausdauer in der Fürbitte für die Völker ferne vom Evangelium, denn oft ist über Jahre nichts oder kaum etwas zu sehen, aber trotzdem dürfen wir nicht nachlassen, sondern müssen im Glauben festhalten, dass der HERR unter allen Völkern Seine Gemeinde bauen möchte und die Festungen der Finsternis zerschlagen werden. Die Worte in 1. Thessalonicher 5,16-18, Freuet euch allezeit; betet unablässig; danksaget in allem, denn dies ist der Wille Gottes in Christo Jesu gegen euch, ermutigen uns im Gebet fortzufahren. Jesus hat uns in Lukas 18,1-8 gezeigt, dass nur eine gewisse Hartnäckigkeit im Gebet zum Ziel führt. Abraham wurde nicht schwach im Glauben, sondern er hielt fest an der Verheißung, die er von Gott erhalten hatte und gab Gott die Ehre; denn er wusste, was Gott verspricht, das kann und wird ER auch tun (Römer 4,18-21).

7.      Eine besondere Hilfe und Erinnerung ist es, wenn in den Häusern und Gemeinderäume Weltkarten und Landkarten aufgehängt werden, am Rand können dann die Namen der Völker geschrieben werden, auch Bilder von diesen Völkern oder auch von den Arbeitern in der Gegend.

Die Herausforderung: Durch intensive Fürbitte nehmen wir Anteil, dass der Psalm 67,4-6 Realität wird, Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, dass du die Menschen recht richtest. SELA. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Welch ein Vorrecht, das Gott uns gegeben hat! Wir sehnen uns auf den Zeitpunkt, wenn unter allen Völkern Gemeinde Jesu existiert, dann wird unser HERR wiederkommen und Seine Herrschaft aufrichten, dann hat alle Not auf dieser Erde ein Ende.

 

 
 

Autor: Daud 
© Daud
 

Der Autor "Daud" ist am 28.12.2010 verstorben!